Epilepsie Informationen
Epilepsie
beschreibt ein ausgeprägtes Krampfleiden, das stets auf funktionelle Störungen im Gehirn zurückgeht. Dabei werden
von den Nervenzellen unkontrolliert Impulse abgegeben, die zu abrupten Muskelanspannungen, Wahrnehmungsstörungen
und Bewusstlosigkeit führen können. Der akute Zustand einer Epilepsie wird als epileptischer Anfall bezeichnet. Ein
solcher Anfall kann jedoch außerhalb des Rahmens einer Epilepsie vorkommen. Sprich: Ein einzelner Anfall weist noch
nicht darauf hin, dass jemand Epileptiker ist. Erst wenn Anfälle wiederholt und mit einer gewissen Regelmäßigkeit
auftreten, ist von einer Epilepsie auszugehen. Dabei ist für eine korrekte Diagnose auch zu beachten, dass diese
Anfälle nicht durch besondere Umstände hervorgerufen werden (z. B. sehr starkes Fieber). Treten epileptische
Anfälle jedoch mehrfach auf, ohne dass dies mit einem offensichtlichen Umstand einhergeht, dann ist von einer
bestehenden Epilepsie auszugehen.
ZDF Heute 3 aug - Epilepsie
Circa jeder Zwanzigste hat bereits einen
epileptischen Anfall gehabt oder wird in seinem Leben mindestens einen epileptischen Anfall haben. Laut Statistik
erleiden rund fünf Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. Auch wenn diese Zahl
alarmierend hoch erscheinen mag, so sind es aber nur rund 0,6 % der Bevölkerung, die tatsächlich Epileptiker sind
(im europäischen Durchschnitt). Auf Deutschland bezogen ergibt dies eine Zahl von um die 500.000
Epileptikern.
Je nach Ausprägung und Ursachen können verschiedene Arten der Epilepsie differenziert
werden. Die Ausprägung einer Epilepsie spiegelt sich vor allem in der Intensität der Anfälle wieder. Daran lässt
sich auch häufig herleiten, welche Gehirnregionen von den funktionellen Störungen betroffen sind. Man unterscheidet
insofern fokale Anfälle (bei denen Teile des Hirns betroffen sind) und generalisierte Anfälle (die das ganze Hirn
oder zumindest Teile beider Hirnhälften betreffen). Ein fokaler Anfall kann in einen generalisierten Anfall
übergehen! Insofern sind die Grenzen zwischen einem fokalen und generalisierten Anfall fließend. Bisweilen ist eine
klare Abgrenzung der beiden Anfallsarten nur bei offensichtlichen Fällen möglich.
Ein fokaler Anfall kann verschiedenste, symptomatische Auswirkungen haben. Je nachdem,
welche Teile des Hirns betroffen sind, kann es zu Fehlwahrnehmungen (Lichtblitze, Wahrnehmung nicht vorhandener
Geräusche etc.) oder lokalen Zuckungen (einzelne Gliedmaßen) kommen. Ein fokaler Anfall liegt mit hoher
Wahrscheinlichkeit dann vor, wenn der Betroffene noch ansprechbar und orientiert ist. Bei einem generalisierten
Anfall wird dies nur selten der Fall sein. Eine Ausnahme ist der komplex fokale Anfall. Dieser beginnt meist wie
der gewöhnliche fokale Anfall, geht dann aber mit Bewusstseinsstörungen und unwillkürlichen Automatismen (häufig
Schmatzen oder Kauen) einher.
Generalisierte Anfälle betreffen stets große Teile des gesamten Gehirns. Die Symptome
können unterschiedlich daherkommen. Relativ häufig ist der tonisch-klonische Anfall. Dieser geht mit einem
ausgeprägten Krampfgeschehen einher. Der Betroffene fällt in Ohnmacht und es kommt zum Ausfall der Atmung. Der
Muskeltonus (Anspannung) ist erhöht und die beine und Arme sind typischerweise von Körper weggestreckt.
Glücklicherweise dauert diese Phase nie allzu lange (ehe es zu ernstem Sauerstoffmangel kommt). Im Anschluss daran
folgt die klonische Phase mit wilden Zuckungen in allen Gliedmaßen. Hierbei besteht dann auch die Gefahr des
Zungenbisses, da alle Muskeln maximal an und entspannt werden (heftiges Zubeißen!). Man spricht bei diesem
Anfallsgeschehen auch von der “Grand Mal Epilepsie“. Sie ist sicherlich eine der heftigsten Formen der
generalisierten Epilepsie.
Als Ursachen für Epilepsien kommen mehrere Auslöser in Betracht: So können der
andauernde Missbrauch vieler Drogen (auch Alkohol) und bestimmte Vergiftungen zur Epilepsie führen. Weitere Gründe
können Fehlbildungen oder frühkindliche Schäden des Gehirns, Hirnverletzungen und Hirntumore, Entzündungen im
Bereich des Gehirns sowie Schlaganfälle sein. Auch Stoffwechselerkrankungen und Gendefekte stehen im Verdacht,
Epilepsie auslösen zu können.
Wie bereits erwähnt, sind einzelne Anfälle nicht unbedingt Anzeichen für ein
epileptisches Syndrom. Einzelne Anfälle können beispielsweise durch Elektrolytverschiebungen im Wasserhaushalt,
Entzugserscheinungen bei Drogen, andauerndem Schlafentzug, Hyperventilation und durch fotosensitive Überreizungen
(beispielsweise das Flackerlicht in der Disco) entstehen.
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